Pete Heller gewinnt Einzel und Doppel beim ITF-Turnier in Wetzlar

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Insgesamt 16 Stunden an 5 Tagen stand Pete Heller bei der 16. Auflage des stark besetzten Tennis-Weltranglistenturniers im Wetzlarer Bodenfeld, das mit insgesamt 25000 $ dotiert war, auf dem Platz. Fünf Siege im Einzel (bei den letzten drei Partien musste der 28-Jährige jeweils in einen entscheidenden dritten Satz gehen, Spieldauer hierfür exakt 8 Stunden) sowie 4 Siege im Doppel mit Partner Florian Fallert (2. Bundesliga Reutlingen) führten zum grandiosen Einzel- und Doppel-Gewinn. Mit diesen Erfolgen hat sich der Chamer, in Diensten von TC Bredeney 1 Essen (2. Bundesliga) und TC GM-Sports Anif Salzburg (2. Bundesliga) im Einzel von Rang 433 auf rund 389 der Weltrangliste hochgearbeitet.

Im 32-er Hauptfeld setzte sich Pete im Auftaktspiel gegen den 22-jährigen Hamburger Marvin Möller (ATP 472, Bestmarke 469) glatt mit 6:2 und 6:3 nach 1Std. 36 durch. Im Achtelfinale folgte nach 5:2 Rückstand im ersten Satz ein Sieg gegen den 21-jährigen Georgii Kravchenko aus der Ukraine (ATP 508, Bestmarke 488) mit 7:6(6), 6:2 (2 Std. 05).

Im Viertelfinale besiegte Heller den 26-jährigen Remager Constantin Schmitz (GER, ATP 766, Bestmarke 552) 6:3, 5:7, 6:1 (2 Std. 21). Am Samstag dann das hochklassige Halbfinale gegen den Österreicher David Pichler, ATP 493 (Bestmarke 390). Der Wiener schlug bereits in der ersten Runde den topgesetzten 28-jährigen Grünberger Julian Lenz ATP 312 (Bestmarke 227) mit 6:1 und 7:5. Auch gegen Heller untermauerte Pichler seine Ambitionen, so konnte er bei TP HerzensSACHE Versmold (DTB 2. Bundesliga) die stolze Bilanz von 7:0 Einzelsiegen aufweisen.

er 25-jährige zeigte ein sehr variables Spiel, setzte immer wieder ungemein clevere Stops ein. Peter Heller fightete aber auch in seinem sechsten Match um jeden Ball. Verdienter Lohn: Gewinn des ersten Satzes mit 6:3. Im zweiten Durchgang wurde das Duell, in dem beide kaum zu „freien“ Punkten kamen, sondern in langen Ballwechseln für jeden einzelnen richtig ackern mussten, noch enger - mit dem besseren Ende für den Wiener, dem beim Stand von 6:5 das Break zum Satzgewinn gelang. Im entscheidenden „Dritten“ durchbrach Pete bei 3:3 den Aufschlag des Österreichers zu null und brachte, trotz weiterhin erheblicher Gegenwehr, nach zwei Stunden und 53 Minuten hochklassigem Tennis den Sieg ins Ziel.

Das Endspiel war erreicht. Der Belgier Christopfer Heymann ATP 415 (Bestmarke 252) war ebenso wie Peter Heller ATP 433 (Bestmarke 272) - beide bei TC Bredeney Essen unter Vertrag - durch das Favoriten Sterben (von Position 1 - 5) der einzige verbliebene Gesetzte: Heymann Position 6 und Heller Position 8. Pete erwischte, vor über 150 begeisternden Zuschauern, gleich einen guten Start. Mit dem ersten Break der Begegnung zum Zwischenstand 4:2, holte er sich anschließend Satz 1 mit 6:4.

Durchgang 2: Als sich der ruhige 27-jährige Belgier, der insgesamt druckvoller agierte, dabei aber auch etwas mehr leichte Fehler als Pete produzierte, beim 2:1 für Heller abermals das Service abnehmen ließ, sah es auch im Einzel nach einem klaren Erfolg für den Doppel-Champion aus. Doch weit gefehlt: Heyman gelang es nun immer besser die Rückhand zu umlaufen und seine krachenden Vorhände einschlagen zu lassen. Die Folge waren nicht nur der Ausgleich zum 4:4, sondern auch ein erfolgreich absolvierter Tiebreak (7:5) am Satzende.

Wie im Viertel- und Halbfinale ging es in den entscheidenden dritten Satz. „Ich weiß natürlich, was er für ein Kämpfer ist, habe aber schon insgeheim gehofft, dass er nach so vielen harten Matches vielleicht doch irgendwann mal etwas nachlässt“, erklärte der Belgier später und musste etwas ernüchtert feststellen: „Hat er aber nicht!“ Tatsächlich schnappte sich Heller das vielzitierte, wichtige „siebte Spiel“ per Aufschlagabnahme und durfte nach noch einmal zwei Stunden und 43 Minuten endlich als Zweifach-Turniersieger die Arme gen Himmel über der Domstadt strecken.

„Als ich ihm am Netz gratuliert habe, habe ich ihm gesagt: Du bist doch gedopt, kann doch eigentlich gar nicht sein“, war Christopher Heymann kurz nach der Niederlage schon wieder recht humorvoll unterwegs. „Peter hat sich am Ende etwas mehr getraut, die Initiative zu übernehmen und deshalb auch verdient gewonnen“, so der Weltranglisten-415. Ein Tennis-Weltranglistenturnier auf hohem Niveau, bei dem letztlich kein Kraut gegen den Marathon-Mann gewachsen war.

Doppel Peter Heller mit Partner Florian Fallert, Siege gegen:
Achtelfinale: Alexander Gerasch/Marco Zelch (GER) 6:0, 6:0; Viertelfinale: Lars Johann/Benito Sanchez Martinez (GER) 6:3, 6:3; Halbfinale: Mariano Kestelboim/Lorenz Joaquin Rodriguez (beide Argentinien) 6:2, 6:3; Finale: Alejandro Gomez/Kai Wehnelt (Columbien/GER) 6:3, 7:6.

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