Tennis Club Rot-Weiss Cham

Herren I

Bilek 1

Herren I steigen unglücklich aus der Landesliga ab


Eine ganz unglückliche Saison spielten die Rot-Weiß Herren im vergangenen Jahr in der Landesliga Nord. Nach dem hervorragenden dritten Tabellenplatz in der Vorsaison war das Team um Mannschaftsführer Johannes Gschwendtner sehr zuversichtlich, das Minimalziel Klassenerhalt zu erreichen. Doch die Chamer hatten die ganze Saison über mit großem Verletzungspech zu kämpfen. Zudem war die Klasse leistungsmäßig auch deutlich stärker geworden. So blieb am Ende mit einem Sieg nur der vorletzte Tabellenplatz und damit der bittere Abstieg in die Bezirksliga.


Die Verletzungsmisere begann bereits vor der Saison. „Sebi“ Drexler, der aufgrund seines DTB-Rankings an „Eins“ spielte, kehrte mit einer hartnäckigen Erkrankung aus dem Urlaub zurück. So geschwächt konnte er praktisch nicht trainieren und ging ohne Vorbereitung in die Saison. Trotz der mehrwöchigen Pfingstpause konnte sich Sebi nie vollständig erholen und war deshalb meist chancenlos auf der Spitzenposition. Zwei Wochen vor dem ersten Spiel dann die nächste Hiobsbotschaft für die Chamer: Sascha Bilek erlitt bei seiner Trainertätigkeit einen leichten Bandscheibenvorfall und fiel für das erste Saisonspiel beim Aufsteiger CaM Nürnberg II aus. Dieser verletzungsbedingte Ausfall von Sascha sollte sich am Ende als verhängnisvoll herausstellen. Mit Ersatzmann Dr. Volker Herold schafften die Rot-Weißen zwar ein 3:3 nach den Einzeln, unterlagen aber in den Doppeln klar. Für die Nürnberger blieb dieser Sieg der einzige in der ganzen Saison. Am Ende wurden sie von den Rot-Weißen sogar noch überholt und belegten den letzten Tabellenplatz. Natürlich ist es reine Spekulation wie der Spielverlauf mit einem fitten Sascha gewesen wäre. Aber es liegt nahe, dass es vermutlich zu einem Sieg und damit am Ende zum Klassenerhalt gereicht hätte.

Dennoch sollten die Bayerwaldler nochmals zu ihrer Chance kommen. Zunächst setzte es aber in einer „bärenstarken“ Liga zum Teil deutliche Niederlagen. Gegen Rot-Blau Regensburg II waren die Chamer trotz der bestmöglichsten Aufstellung chancenlos, weil die Regensburger vier Spieler aus dem Regionalliga-Kader einsetzten. Neben Regensburg gab es mit WB Würzburg II leider noch ein weiteres Team, dessen erste Mannschaft in der Regionalliga spielt. Auch hier schöpften die Unterfranken aus dem Vollen, so dass es nichts zu holen gab. Leider fiel zur Mitte der Saison dann noch Kapitän Johannes Gschwendtner durch eine hartnäckige Muskelverletzung aus und Markus Weichselmann laborierte an einem Tennisarm. So blieben die Chamer auch gegen GW Bayreuth und gegen TC Hof ohne Punkte. Mit fünf Niederlagen am Stück war das Team praktisch schon abgestiegen, als im Heimspiel gegen Frankonia Nürnberg der vielumjubelte erste Saisonsieg gelang.

Am letzten Spieltag mussten die Rot-Weißen dann zum Tabellenersten RW Erlangen reisen und nur bei einem Sieg konnte man den Klassenerhalt erreichen. Zum Erstaunen der vielen Zuschauer entwickelte sich ein spannender Fight zwischen dem Tabellenersten und dem Tabellenletzten. Die Chamer gewannen durch Matus Scur, Markus Weichselmann und Sascha Bilek drei Spiele in überzeugender Manier. Lediglich Sebastian Drexler und Tomas Urban standen gegen die beiden Traxler-Brüder aus Österreich auf verlorenem Posten. Miro Stengl, sicherer Punktelieferant in den letzten Jahren, war an Position zwei spielend klar auf der Siegerstraße. Er gewann Satz eins deutlich und lag auch im zweiten Satz vorne. Doch er gab das Match noch aus der Hand und unterlag im MTB. Mit einem Sieg von Miro hätte es 4:2 für die Chamer stehen müssen, doch selbst bei 3:3 war noch alles drin. In den Doppeln entwickelte sich ein wahres Drama. Während das Einser-Doppel klar verloren ging, siegten

Bilek/Urban verdient im MTB. Damit stand es 4:4 und im letzten Doppel musste ebenfalls der MTB die Entscheidung bringen. Gewinnen die Chamer, der beste Chamer Doppelspieler Miro Stengl spielte mit Matus Scur, diesen MTB, dann steigen sie nicht ab und Erlangen nicht auf; umgekehrt steigen die Chamer bei einem Sieg von Erlangen ab und die Mittelfranken dürfen den Bayernliga-Aufstieg feiern. Mehr Spannung und Dramatik kann es vermutlich kaum geben. Angepeitscht von ca. 100 Zuschauern wuchs das Erlanger Duo förmlich über sich hinaus und siegten auch mit dem entsprechenden Glück mit 10:7. Mit dieser bitteren Niederlage mussten die Oberpfälzer nach 14 Jahren Zugehörigkeit zu überregionalen Ligen (12 Jahre Landes-, 2 Jahre Bayernliga) wieder den Gang in die Bezirksliga antreten.   

 

In der Bezirksliga treten die Rot-Weißen mit einer nahezu unveränderten Mannschaft an und gehören damit zum Kreis der Meisterschaftsanwärter. Die Liga scheint aber im Gegensatz zu den Vorjahren stark zu sein, zumal mit dem ASV Burglengenfeld ein weiterer Absteiger aus der Landesliga sicherlich vorne mitmischen wird. Ebenfalls stark eingeschätzt werden der TC Neutraubling, der im Vorjahr Zweiter wurde und sich weiter verstärkt hat, und der Aufsteiger Grün-Rot Weiden.
 

An Nummer eins wird in diesem Jahr aufgrund seines Rankings in der Deutschen Herrenrangliste (DTB 485) wieder Sascha Bilek aufschlagen. Sascha befindet sich gerade in der Endphase seines Wirtschaftsstudiums und ist daneben als Tennistrainer sehr gefragt. Im Winter ließ er bereits mit einigen bemerkenswerten Resultaten aufhorchen, als er bei verschiedenen Turnieren mit Stefan Göllner, Patrick Schmitt und Uli Vollath drei Spieler aus der Deutschen Rangliste bezwingen konnte. Auch die knappe Niederlage gegen den ATP-Spieler Daniel Uhlig unterstrich, welch tolle Entwicklung Sascha in den vergangenen Jahren genommen hat. In der Bezirksliga sollte Sascha nur schwer zu bezwingen sein und ist damit als Punktegarant fest eingeplant.

 

An Position zwei spielt in seiner achten Saison beim TC Rot-Weiß Sebastian Drexler aus Regen. Im vergangenen Jahr war „Sebi“ gesundheitlich angeschlagen und konnte die komplette Saison nicht sein wahres Können abrufen. Nachdem sich Sebi im Winter zunächst auf sein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens konzentrierte und seine Prüfungen erfolgreich meisterte, kann er so gestärkt sich auch wieder dem Tennis widmen. Mit Leistungsklasse 2 wird er in den meisten Spielen als Favorit auf den Platz gehen und sollte dies mit deutlich positiver Bilanz auch beweisen können.

 

Da Miroslav Stengl außer den Medenspielen kaum andere Turniere in Deutschland spielt, fiel er in der Leistungsklasse von 2 auf 3 zurück und wird damit „nur“ auf Position drei spielen. In den Vorjahren spielte „Miro“ zumeist auf Position zwei beeindruckende Bilanzen in der Landesliga. Damit sollte er in der Bezirksliga praktisch unschlagbar sein. Im Winter unterstrich er seine herausragende Form mit der Teilnahme an den Tschechischen Hallenmeisterschaften, wo er sogar eine Runde gewinnen konnte, ehe er gegen den ATP-Spieler Jan Hernych unterlag. Miro trainiert das 17-jährige Nachwuchstalent Martin Krauss, der ebenfalls das eine oder andere Spiel für die Chamer bestreiten wird, und ist bisweilen auch Trainingspartner der WTA-Topspielerin Barbora Strycova. Beruflich ist Miro nach seinem Studium bereits seit längerem bei der 100%-Tochter der HIW GmbH, der Softwareentwicklungsfirma Cesky Software, tätig.


An Position vier oder fünf wird Mannschaftsführer Johannes Gschwendtner aufschlagen. Der „Portugal-Reisprofi“, der mit seinem Online-Reisebüro maßgeschneiderte Individualreisen nach Portugal anbietet, hofft endlich mal wieder eine verletzungsfreie Saison durchspielen zu können. Allzu oft fiel der Kapitän nämlich aufgrund Muskelverletzungen oder Schulterproblemen in den Vorjahren aus. So auch im letzten Jahr als er sich nach einem überzeugenden und vielversprechenden Sieg zum Saisonauftakt bereits im zweiten Spiel verletzte.

 

Weiter im Team sind Vorstand und Oldie Markus Weichselmann, der im vergangenen Jahr ebenfalls einen Teil der Saison aufgrund eines Tennisarms verpasste. Neu im Team ist zudem das Chamer Eigengewächs Maximilian Schröpfer. „Power Max“ spielte im vergangenen Jahr eine sehr überzeugende Saison an Eins in der zweiten Mannschaft und hat sich spielerisch weiter verbessert. Mit seinem druckvollen Spiel von der Grundlinie und seinen knallharten Aufschlägen ist Max an guten Tagen nur schwer zu bezwingen, was er auch in der Winterrunde bereits eindrucksvoll beweisen konnte. Als Joker im Doppel steht Dr. Volker Herold, der in seine 21. Saison für die Chamer gehen wird, zur Verfügung.

 

Bei „wichtigen“ Spielen können sich die Chamer noch verstärken. So ist nach wie vor Tomas Urban, der die vergangenen Jahre für Rot-Weiß spielte, gemeldet. Im letzten Jahr wechselten sich Licht und Schatten bei der ehemaligen Nummer vier der tschechischen U18-Rangliste ab. Der Schützling von Miro Stengl, der erst 17-ährige Martin Krauss, spielte im vergangenen Jahr bereits zweimal für die Chamer und war beide Male sehr überzeugend erfolgreich. Martin ist vorwiegend auf europäischen Jugendturnieren unterwegs und wird bei wichtigen Partien und wenn es sein Turnierplan zulässt für Cham aufschlagen. Ganz neu bei den Chamern gemeldet ist der beste Freund von Miro Stengl, Petr Tumpach. Im HIW-Cup demonstrierte er mit zwei Siegen gleich eindrucksvoll, dass er in jedem Fall eine Verstärkung sein wird.

 

Die Rot-Weiß Herren laden alle Tennisfreunde zu Ihren Heimspielen ein und würden sich über eine kräftige Unterstützung freuen. Und natürlich am Ende über die sofortige Rückkehr in die Landesliga.

 

 

Reisen und Tickets zu den Sport-Highlights.de
Login