Tennis Club Rot-Weiss Cham

Abschlussbereicht 2011

Viele extrem spannende und teils hochklassige Matches, äußerste Fairness aller Akteure und prima Zuschauerzuspruch, kennzeichneten das erste, vom TC Rot-Weiß Cham ausgerichtete HIW-Indoors-Herrenturnier. Von den Clubs TC Amberg am Schanzl, MTV Bamberg, TC Wacker Burghausen, Chemnitzer TC Küchwald, TC Dachau, TC Sportpark Deisenhofen, TC Ditzingen, TC Großhesselohe/München, SpVgg Hainsacker, MTTC Iphitos München, Münchner Sportclub, TC Piding, 1. Regensburger Tennisclub, TC Rot-Blau Regensburg, SC Uttenreuth, TC Vilshofen, TC Postkeller Weiden und TC Weiß-Blau Würzburg und vom Ausrichter TC Rot-Weiß Cham waren 27 Youngsters am Start. Gleich 12 Spieler mit der höchsten Leistungsklasse 1 (von insgesamt 23 möglichen) sprachen für die Qualität des Turniers.  

 

Rot-Weiß war mit Lokalmatador Peter Heller (vertritt mittlerweile die Farben des TC Großhesselohe/München in deren 2.Bundesliga) Markus Weichselmann, Johannes Gschwendtner, Radovan Kuchynka und Sascha Bilek vertreten.  

 

Ein erstes Highlight setzte am Freitag in seinem Erstrundenspiel „Oldie“ Radek Kuchynka. Gegen einen bärenstarken 16-jährigen Leopold Gomez-Isslinger von Postkeller Weiden musste sich der 38-jährige nach verlorenem ersten Satz und Ausgleich in Satz 2 mächtig strecken. Nach Break zum 3:4 konnte Radek das Ruder noch zum Matchgewinn mit 3:6/6:/6:4 herumreißen. Nach einem 6:0/6:0 Kantersieg im Achtelfinale gegen Michael Schwanda vom 1. Regensburger Tennisclub, folgte dann aber im Viertelfinale das Aus. Trotz Powertennis und immer wieder gut heraus gespielter Chancen musste er sich den an Position drei gesetzten 19-jährigen Dominik Haider vom TC Piding (Bayernliga) zum Schluss mit 3:6/4:6 beugen. Trotz Niederlage, attraktives Tennis von Radek mit vorbildlicher kämpferischer Einstellung.  

 

Sascha Bilek, mit Trainingsrückstand aufgrund starker schulischer Belastung, wurde in seinem Auftaktmatch gegen Uli Vollath (TC Rot-Blau Regensburg) mit 6:7 und 3:6 in die Knie gezwungen, Eine 5:2 Führung im Tie-Break des ersten Satzes konnte Sascha leider nicht weitertransportieren. Johannes Gschwendtner und Markus Weichselmann zogen hingegen mit klaren Zweisatz-Siegen in das Achtelfinale ein. „Hensen“ war mit 6:1 und 6:4 gegen Denis Dimler (TC Amberg am Schanzl) und „Weichs“ mit 6:3 und 6:2 gegen Stefan Raster (TC Vilshofen) erfolgreich. Dort unterlagen aber beide trotz starker Leistung. „Hensen“ musste sich den an Position sieben gesetzten Stefan Göllner vom MTV Bamberg mit 6:1/6:4 geschlagen geben. „Weichs“ lag gegen die Position acht der Setzliste Till Guttenberger (SC Uttenreuth) in Satz ein mit Zwischenergebnis 4:2 vorne, hatte aber zum Schluss mit 5:7 und 0:6 das Nachsehen.   

 

Erster Auftritt dann am Samstag von Lokalmatador Peter Heller. Der 19-jährige Topgesetzte, war erst wenige Tage zuvor von einer knapp vierwöchigen Turnierreise in den USA zurückgekehrt. Er konnte sich dort mit Erfolgen in Birmingham (Alabama) und Niceville und Pensacola (Florida) mittlerweile auf Rang 759 der ganz aktuellen Herren-Weltrangliste vorarbeiten. „Jetlagprobleme“ waren  „Pete“ dann nicht anzumerken. In den ersten zwei Matches gab er nur ein einziges Spiel ab. Der Ex-Chamer RW-Spieler, der 27-jährige Blaibacher Johannes Oberberger von TC Weiß-Blau Würzburg (Sieger der ersten Runde mit 6:2 und 6:2 gegen Jochen Moll vom TC Hohenwarth) der sein Heil im konsequenten Serve-and-Volley suchte, rannte bei Heller ins offene Messer, wurde ein um das andere Mal passiert. Schnelldurchgang mit 6:0 und 6:0. Vom Ergebnis her nahezu analog, stand dann allerdings das Match von Heller gegen den gleichaltrigen 19-jährigen Till Guttenberger vom SC Uttenreuth unter einem ganz anderen Vorzeichen, täuscht klar über den wahren Spielverlauf hinweg. Der Regionalligaspieler und Trainingskamerad früherer Jahre setzte Pete über weite Strecken gewaltig zu. Alleine das allererste Spiel dauerte 15 Minuten. Im wiederholt langen Schlagabtausch bei spektakulären Ballwechseln hatte aber fast immer Peter Heller das bessere Ende auf seiner Seite. Trotz 6:1 und 6:0 Sieg des Chamers dauerte das Match 11/2 Stunden gegen das mittelfränkische „Konditionswunder.“ 

 

Interessant dann, dass in den Halbfinal-Matches am Sonntag just die vier Spieler auftraten, die auf der Setzliste die Plätze 1 bis 4 einnahmen: Peter Heller, Christian Lichtenegger, Dominik Haider und Hannes Wagner.  

 

Peter Heller stand hier der erst 16-jährige Hannes Wagner (Halbfinalist des HIW-U21-Indoors 2010) vom Münchner Sportclub gegenüber. Keine leichte Aufgabe für Pete. Der Münchner hatte auf Grund seiner überzeugenden Leistungen im DTB-Team der U16-Nationalmannschaft beim Junior Davis Cup in München und in Frankreich mit Endrunde Cup-Finale in Mexiko (alles ohne Niederlage) diesbezüglich bereits einen Auftritt bei münchen.tv in der Sendung „Sport Arena.“ Im Juli 2011 gewann er zwei Junioren-Weltranglisten-Turniere in Folge in der Schweiz und in Deutschland. Nach Freilos schaltete das Münchner Talent im Achtelfinale Uli Vollath (TC Rot-Blau Regensburg) mit 6:1/6:0 und im Viertelfinale den 31-jährigen an Position fünf gesetzten Maximilian Schmuck vom MTTC Iphitos aus. Wagner gewann dieses Match nach 21/2 Stunden Spieldauer nervenstark im dritten Satz. 6:3/1:6/7:5. Schmuck setzte sich zuvor gegen Martin Wieand (TC Rot-Blau Regensburg) mit  6:4/6:0 und im längsten Turniermatch der drei Tagen  (31/2 Stunden) gegen Christian Schmid (TC Rot-Blau Regensburg) dreimal im Tiebreak mit 7:6/6:7/7:6 durch. Hannes Wagner (aktuell Nr. 138 der Deutschen Herrenrangliste) forderte Heller sodann gleich ganz stark. In einem absoluten Spitzenspiel begann Pete überraschend etwas nervös, war in seinen Schlägen deutlich zu kurz. Der Münchner nützte dies gnadenlos aus, punktete wiederholt mit tollen Winner-Schlägen und breakte Heller bereits bei dessen ersten Aufschlagsspiel zur 2:0 Führung. Diesen Vorsprung gab er bis zum Satzgewinn (6:3) bei nahezu fehlerfreier Risikobereitschaft nicht mehr ab. In Durchgang zwei steigerte sich Pete dann gewaltig, zog sein gewohnt enorm druckvolles und sicheres Tennis auf, ließ Wagner bis zum Satzausgleich (6:1) und Zwischenführung mit 4:1 im entscheidenden dritten Durchgang kaum mehr eine Chance. Wagner kämpfte sich mit Break zwar nochmals zum 3:4 heran, ehe postwendend Peter Heller aber mit Re-Break und nachfolgenden Aufschlaggewinn den Sack zumachen konnte. Das Finale war erreicht. 

 

Im anderen Halbfinale standen sich der an drei gesetzte Dominik Haider (DR 118) vom Bayernligateam des TC Piding (Oberbayern) und der an Position zwei gesetzte Christian Lichtenegger (DR 82) von TC Rot-Blau Regenburg gegenüber. Lichtenegger zog nach Freilos relativ ungefährdet mit zwei Siegen gegen Michael Mirtschov (Chemnitzer TC Küchwald) mit 7:5/6:2 und gegen Stefan Göllner (MTV Bamberg an sieben gesetzt) mit 6:3/7:6 Sieg ins Halbfinale ein. Nach Satzgewinn mit 6:2  lag dann Haider in Satz zwei bereits mit 4:1 in Front, doch Lichtenegger konterte, gewann fünf Spiele in Folge. Mit dem 6:2 und 6:4 Sieg stand er im Finale gegen seinen früheren Vereinskameraden Peter Heller.  

 

Im „Showdown“ hatte Heller gegen den 24-jährigen Domstädter, langjähriger Regionalligaspieler von Rot-Blau, dann eigentlich weniger Mühe als im Halbfinale gegen Hannes Wagner. Trotzdem sahen die zahlreichen Zuschauer ein hochklassiges Finale, das von langen Grundlinien-Rallyes geprägt war. Pete spielte einen Tick druckvoller, schneller und variantenreicher als der Domstädter. Viele Winnerpunkte machte der Chamer auch mit fehlerfreien starken Überkopfbällen und Volleys bei Netzangriffen. Souveräner und am Ende groß heraus gespielter lockerer Sieg mit 6:2/6:1. 

 

Heller wiederholte damit seine Turniererfolge bei den HIW-Indoors der Jahre 2008 und 2009) und bleibt damit in „seiner“ Halle weiterhin ungeschlagen. Lohn  der Mühen war die Siegprämie in Höhe von 500,- €, der unterlegene Finalist Lichtenegger konnte sich noch mit 250,- € trösten. 

 

Bei der Siegerehrung bedankte sich Turnierleiter Markus Weichselmann bei den Sponsoren, zum einen bei der BTV Marketing GmbH, die durch Einsatz des Bezirksvorsitzenden der Oberpfalz, Johannes Deppisch die Preisgelder übernahm, zum anderen bei HIW-Chef Peter Heller für die Spende von Pokale und Turnierbälle.

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