Tennis Club Rot-Weiss Cham

Marc Sieber gewinnt HIW-Cup

 

7. HIW-Cup mit neuem Teilnehmerrekord: 45 Teilnehmer aus vier Bundesländern, so dass das erste Mal auch eine Warteliste eingerichtet wurde. Es konnten aufgrund der beschränkten Hallenkapazität nur 36 Meldungen direkt akzeptiert werden. Dennoch wurde am ersten Turniertag Freitag von halb eins mittags bis viertel nach zwölf nachts gespielt. An den drei Turniertagen wurden insgesamt 35 Matches ausgetragen.

 

Auch qualitätsmäßig war das Turnier ausgezeichnet gut besetzt. Besonders erfreulich war hier die Meldung des dreifachen früheren deutschen Jugendmeisters, dem gebürtigen Straubinger Marc Sieber (DR 101). Sieber war in diesem Jahr in der ersten Tennis-Bundesliga für Bremerhaven aktiv und belegte schon mal knapp Platz 350 in der ATP-Weltrangliste. Daneben zählten auch der an Position 2  gesetzte Philipp Dittmer (DR 134, 1. FC Nürnberg) und Titelverteidiger Sebastian Schiessl (DR 216  RW Straubing) zu den Favoriten.

 

Die Chamer Cracks zeigten am ersten Turniertag beachtliche Leistungen und zogen allesamt mit Siegen in das Achtelfinale ein. Sebastian Drexler siegte souverän gegen Alexander Hüther vom TC Grün-Weiß Vilsbiburg mit 6:2 und 6:1. Sascha Bilek hatte nur im ersten Satz etwas Probleme mit dem lk-mäßig (LK3) gleichgestellten Pascal Greiner vom TSV Altenfurt: 6:4 und 6:0. Miroslav Stengl zeigte sich erfreulich stark auf der Vorhand formverbessert und holte sich gegen das 17-jährige Talent Otto Heinz (TC Rot-Weiß Landshut) relativ schnell den ersten Satz, musste sich aber im zweiten gewaltig strecken, um das Match mit 6:2 und 7:5 nach Hause zu bringen. Tomas Urban spielte nach seinem dreifachen Bänderriss Ende Juni zum ersten mal wieder Tennis und erledigte seine Aufgabe gegen den Landesliga-Spieler Julian Beil vom TC Bamberg überzeugend: 6:4 und 6:2.

 

Als Hecht im Karpfenteich erwies sich der 19-jährige Kroate Neven Krivokuca. Obwohl nur auf LK2 eingestuft, sorgte er bereits am Freitag für eine erste Überraschung, als er den an fünf gesetzten Stefan Göllner (DR 221 TC Bamberg) in zwei Sätzen aus dem Turnier warf. Mit weiteren Siegen gegen Kröber SV 1873 Nürnberg-Süd und seinen Freund Slobodan Jevtic TC Eggenfelden, kämpfte sich Krivokuca dann auch prompt ins Halbfinale. Jevtic wiederum, ebenfalls ungesetzt, eliminierte im Achtelfinale in einem hochklassigen Match den an drei gesetzten Yannick Offermanns (DR 195, Grün-Weiß Mannheim e.V.) mit 7:6 im entscheidenden dritten Satz.

 

Die Chamer Landesliga-Spieler knüpften am Samstag durchaus nahtlos an die guten Leistungen vom Vortag an. An Tomas Urban war allerdings das erste Match nach seiner schweren Verletzung nicht spurlos vorbei gegangen. Gegen den Erding-Sieger der Vorwoche, dem an sieben gesetzten Russen Matvey Khomentovskiy (DR 371, STK Garching), war er chancenlos. Sascha Bilek hingegen bot den Regensburger Regionalligaspieler Christian Schmid (DR 292) ausgezeichnet Paroli. In den langen knallharten Ballwechseln hielt der Chamer gegen den klaren Favoriten toll mit und holte sich zur Überraschung aller den ersten Satz mit 6:3. Dann jedoch zog Schmid nochmals das Tempo an, Bilek baute kräftemäßig etwas ab und verlor dann in drei Sätzen. Miro Stengl lag gegen den acht gesetzten Christan Hesz (DR 406, TC Rot-Weiss Baden-Baden e.V.) im ersten Satz bereits mit 5:2 und Doppelbreak in Front. Plötzlich verließ ihn der sonst so sichere Aufschlag und es stand 5:5. Doch mit einem erneuten Break und dann Aufschlaggewinn holte sich Stengl den ersten Satz mit 7:5. Auch im zweiten Satz gab Stengl den Ton an und zeigte sich als Chef im Ring. Mit 6:4 siegte der 26-jährige Pilsener und zog damit ins Viertelfinale ein. Dort war er dann aber gegen den Topgesetzten Marc Sieber chancenlos. Lohn der Arbeit war dennoch  ein kleines Preisgeld.

 

Trotz Niederlage eine überzeugende Leistung von Sebastian Drexler, der fast für eine kleine Sensation gesorgt  hätte.  Gegen den Titelverteidiger Sebastian Schiessl TC Rot-Weiß Straubing zeigte sich der 20-jährige mehr als ebenbürtig. Den ersten Satz gab der Chamer etwas unglücklich mit 5:7 ab, kämpfte sich aber bravourös in Durchgang zwei mit seinem sicheren Grundlinienspiel ins Match zurück,  schaffte mit 6:4 Gewinn den Satzausgleich. Auch im Entscheidungsdurchgang  konnte Drexler nach 1:4 Rückstand wieder egalisieren, „verschenkte“ dann aber beim Stande von 4:5 regelrecht sein Aufschlagsspiel.  Nach 21/2 Stunden Spieldauer und großer Kampfmoral musste „Sebi“ den Titelverteidiger gratulieren.

 

Sebastian Schiessl lag dann im Viertelfinale gegen den an sechs gesetzten Regionalligaspieler Christian Schmid vom TC Rot-Blau Regensburg bereits mit 5:7 und vermeintlich uneinholbar mit 0:5 zurück. Der Straubinger erwies sich aber einmal mehr als großer Kämpfer und schaffte tatsächlich noch den Satzausgleich mit Tie-Break-Gewinn. Im entscheidenden Dritten musste er aber dann doch seinen nachlassenden Kräften Tribut zollen, so dass Schmid als Sieger in das Halbfinale einzog.

 

Der an zwei gereihte Philipp Dittmer vom 1.FC Nürnberg erledigte sich seinen Aufgaben bis hin zum Halbfinale relativ problemlos. Insbesondere sein glatter zwei-Satz-Sieg gegen den Russen Khomentoskiy zeigte, dass er durchaus die Setzliste rechtfertigte. Leider kam dann aber eine Drei-Viertelstunde vor dem Semifinale am Sonntag im Spiel gegen Christian Schmid wegen Krankheit eine Absage und der Domstädter stand somit kampflos als erster Finalist fest.

 

Das zweite Halbfinale zwischen Marc Sieber, welcher bis dorthin in drei Matches nur ein einziges Spiel abgab,  und dem ungesetzten Kroaten Neven Krivokuca TC Brackwede stand von Beginn auf hohem Niveau. Sieber spielte nahezu fehlerfrei und zwang seinen Kontrahenten automatisch zu noch mehr Risiko in dessen wuchtigen Grundlinienschlägen. Mit einem frühen Break holte sich der Bundesligaspieler  den ersten Satz mit 6:4 und sah beim 3:0 bereits wie der sichere Sieger aus. Mit tollen Winnern nahm der Kroate Sieber dann sein Aufschlagsspiel  ab, hatte beim 2:3 und 40:15 sogar die Chance zum Ausgleich. Doch der Topfavorit  zeigte sich nervenstark, wehrte beide Breakbälle ab und ließ sich dann den Vorsprung nicht mehr nehmen. Mit 6:4 und 6:4 Sieg stand Sieber wie erwartet ohne Satzverlust im Finale.

 

Das Finish war dann ein Spiegelbild des Halbfinals: Sieber präsentierte sich erneut unglaublich ballsicher und laufstark. Auch Christian Schmid war gezwungen volles Risiko zugehen. Im Match mit ständigem Hochgeschwindigkeitstempo, sicherte sich Sieber mit einem einzigen Break den ersten Satz mit 6:3. Auch im zweiten Durchgang zeigte Sieber keinerlei Schwäche, schaffte frühzeitig mit einem Doppelbreak die Vorentscheidung. Mit 6:3 und 6:2 war Sieber letztlich der verdiente Sieger und holte sich den Titel und 650 € Preisgeld. Schmid, der keineswegs enttäuschte und ein gutes Turnier spielte, durfte sich immerhin noch über 350,- € Preisgeld freuen.

 

Hauptorganisator und 1.Vorstand des TC Rot-Weiß Cham Markus Weichselmann hob bei der Siegerehrung die große Fairness aller Spieler hervor. Besonderer Dank galt wiederum den Sponsoren, den Tennisbezirk der Oberpfalz und HIW-Chef Peter Heller

Ergebnisse HIW Indoors 2014.pdf
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